Bundesverdienstkreuz für
Christine Rottland

Für Ihre besonderen Leistungen auf ehrenamtlichen Gebiet, wurde Christine Rottland am 29.1.2018 der Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland verliehen.

Christine Rottland arbeitet in ihrem jetzigen Alter von 74 Jahren 6 Tage in der Woche mit einer Tagesleistung von 8 bis 12 Stunden ehrenamtlich. Sie konnte so in den von ihr begonnenen und geleiteten Projekten Leben wieder lebenswert machen. Leben gerettet hat Christine Rottland bereits viele. Bei anderen hat sie es nicht geschafft, trotz all der Mühe, die sie in die Rettung der Menschen investierte. Den Menschen, denen sie hilft, hilft sie nicht durch bloßes Geben von Geld. Sie hilft ihnen durch Zuspruch, Arbeit und Verständnis ein eigenständiges Leben aufzubauen. Sie hilft dabei, Menschen auf ihre eigenen Füße zu stellen und begleitet sie bei den Schritten, die sie in die Selbstständigkeit bringen.

Christine Rottland hat ein einzigartiges Gespür für die richtigen Entscheidungen. Sie hat ihre Familie und Kinder in Deutschland gelassen und in Kenia einen ganzen Landstrich neuen Mut und Hoffnung gebracht. Frau Rottland geht an die Grenzen dessen, was für die eigene Gesundheit gut ist. Sie beerdigte 2014 ihren Ehemann liebevoll in Deutschland und kehrte sofort nach Kenia zurück, denn dort waren die Lebenden, die von ihr abhängig sind.

Frau Rottland hat nie eine Entschädigung für den Aufwand bekommen. Es ist für sie ihre Bestimmung. Der Verein Asante e.V. würdigte Frau Rottland 2012 als Ehrenvorsitzende. 

Asante e.V. ist sehr stolz auf seine Ehrenvorsitzende und immer noch täglich arbeitende Gründerin, die ihr Leben seit 15 Jahren der bedürftigen Bevölkerung Tiwis in Kenia widmet.

Mit den folgenden Zeilen wendet sich Christine Rottland an Sie:

Liebe Freunde des Asante e.V.,

am 29. Januar 2018 erhielt ich das Bundesverdienstkreuz. Es ist für mich eine nie vorstellbar gewesene Auszeichnung, die ich mit Ihnen allen teilen möchte. Diese Auszeichnung ist eine Bestätigung dafür, dass die Hilfe, die ich durch Ihr Mitwirken in Kenia/Tiwi geben kann, anerkannt ist. Wir geben Hilfe für  Menschen, die ohne das Wirken von Asante e.V. die Spirale von Hunger und Angst nicht durchbrechen könnten. Die Schulkinder, GymnasiastInnen, Studierenden, Mütter und Angehörige aller unterstützten Kinder in der Region Tiwi verdanken ihren Weg in eine berufliche Zukunft uns gemeinsam.

Liebe Familie, ich bin Euch zu unendlichem Dank verpflichtet. Ihr habt mich in allen Jahren getragen, mit mir mitgedacht, mit mir mitgearbeitet. Unsere geförderten Schulkinder in Kenia/Tiwi sind auch Eure Kinder.

Das Bundesverdienstkreuz wird mir Ansporn sein, unermüdlich weiter zu gehen.

Ihre glückliche und stolze

Christine Rottland

 

Die Verleihung des Bundesverdienstkreuzes.

Die Gewürdigten der heutigen Verleihung.

Die stolzen Asante Mitglieder mit Würdeträgerin Christine Rottland.

 

Ich heiße Christine Rottland und bin mit meinem Mann, Dr. Franz Rottland, 1998 nach Kenia gegangen. Wir wollten nach der Pensionierung dem deutschen Winter entfliehen und dort einige Monate im Jahr unseren Ruhestand genießen. Unser Leben hat sich anders entwickelt.Wir bauten ein Haus in Tiwi am Indischen Ozean, 20 km südlich von Mombasa. Tiwi liegt abseits der touristischen Hochburgen, die meisten seiner Bewohner sind Analphabeten. Dementsprechend hoch ist die Arbeitslosigkeit der Menschen: mehr als zwei Drittel von ihnen leben unter der Armutsgrenze.Im Laufe der vergangenen neunzehn Jahre erfuhr ich durch meine Nachbarschaft in meinem kenianischen Alltag immer deutlicher, was Leben unterhalb der Armutsgrenze bedeutet. Meine Kenntnisse des Suaheli (oder Kiswahili) und mein Leben mit den Müttern und ihren Kindern eröffneten mir Zugang zu ihrer Kultur und zeigten mir auch ihre Armut. Die Unterstützung, die heute durch den Verein „Asante e.V.“ gegeben werden kann, ist keine am Schreibtisch geplante Hilfe. Im täglichen Leben mit den Menschen begegne ich ihrer Not und suche einen Weg aus dieser Situation. Alle daraus resultierenden Hilfsmaßnahmen werden eingehend mit den Menschen besprochen, bevor sich ein Weg abzeichnet, der meinen Nachbarn und Nachbarinnen bei der Bewältigung ihrer Probleme helfen kann. Der Vereinsgründung ging unsere jahrelange privat gegebene Hilfe in Tiwi voraus, unterstützt durch unsere Familie und unsere Freunde. Diese Hilfsbereitschaft hat mich ermutigt, im Juni 2003 in Bayreuth den Verein „Asante e.V.“ zu gründen. Asante heißt in der Landessprache Suaheli Danke.