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Asante


Ich heiße Christine Rottland und bin mit meinem Mann, Dr. Franz Rottland, 1998 nach Kenia gegangen. Wir wollten nach der Pensionierung dem deutschen Winter entfliehen und dort einige Monate im Jahr unseren Ruhestand genießen. Unser Leben hat sich anders entwickelt.

Wir bauten ein Haus in Tiwi am Indischen Ozean, 20 km südlich von Mombasa. Tiwi liegt abseits der touristischen Hochburgen, die meisten seiner Bewohner sind Analphabeten. Dementsprechend hoch ist die Arbeitslosigkeit der Menschen: mehr als zwei Drittel von ihnen leben unter der Armutsgrenze.

Im Laufe der vergangenen elf Jahre erfuhr ich durch meine Nachbarschaft in meinem kenianischen Alltag immer deutlicher, was Leben unterhalb der Armutsgrenze bedeutet. Meine Kenntnisse des Suaheli (oder Kiswahili) und mein Leben mit den Müttern und ihren Kindern eröffneten mir Zugang zu ihrer Kultur und zeigten mir auch ihre Armut. Die Unterstützung, die heute durch den Verein „Asante e.V.“ gegeben werden kann, ist keine am Schreibtisch geplante Hilfe. Im täglichen Leben mit den Menschen begegne ich ihrer Not und suche einen Weg aus dieser Situation. Alle daraus resultierenden Hilfsmaßnahmen werden eingehend mit den Menschen besprochen, bevor sich ein Weg abzeichnet, der meinen Nachbarn und Nachbarinnen bei der Bewältigung ihrer Probleme helfen kann.

Der Vereinsgründung ging unsere jahrelange privat gegebene Hilfe in Tiwi voraus, unterstützt durch unsere Familie und unsere Freunde. Diese Hilfsbereitschaft hat mich ermutigt, im Juni 2003 in Bayreuth den Verein „Asante e.V.“ zu gründen. Asante heißt in der Landessprache Suaheli Danke.