Nachruf für Terry Probst

Am 20. November 2017 verstarb nach langer, schwerer Krankheit Terry Probst. Terry war für unseren Verein Asante e.V. und hier besonder für das Frauenprojekt „Engel für Afrika“ eine ergebene helfende, geschätzte und wichtige Kraft. Seit einem schweren Sturz vor mehr als 3 Jahren war Terry an den Rollstuhl gefesselt und konnte in ihren letzten beiden Lebensjahren ihre Wohnung nur sehr selten verlassen. Dennoch habe ich Terry immer als positiv erlebt. Sie hat sich geweigert über die Probleme, die ihre schwere Krankheit mit sich brachte, zu sprechen. Sie war dankbar dafür, dass ihre wichtige und nicht zu ersetzende Hilfe für ihre Frauen im Frauenprojekt Eingebunden sein in die Aktivitäten unseres Vereins Asante e.V. gaben. Terry erfreute sich großer Autorität im Hilfe-zur-Selbsthilfe-Projekt „Engel für Afrika“. Mir wurde sie in den 10 Jahren unseres gemeinsamen Wirkens Freundin.
Wir alle in Tiwi, die wir mit ihr zusammen waren, vermissen unsere „Instanz Terry“.

Christine Rottland im Namen all unserer MitarbeiterInnen in Tiwi.

 

Ich heiße Christine Rottland und bin mit meinem Mann, Dr. Franz Rottland, 1998 nach Kenia gegangen. Wir wollten nach der Pensionierung dem deutschen Winter entfliehen und dort einige Monate im Jahr unseren Ruhestand genießen. Unser Leben hat sich anders entwickelt.Wir bauten ein Haus in Tiwi am Indischen Ozean, 20 km südlich von Mombasa. Tiwi liegt abseits der touristischen Hochburgen, die meisten seiner Bewohner sind Analphabeten. Dementsprechend hoch ist die Arbeitslosigkeit der Menschen: mehr als zwei Drittel von ihnen leben unter der Armutsgrenze.Im Laufe der vergangenen neunzehn Jahre erfuhr ich durch meine Nachbarschaft in meinem kenianischen Alltag immer deutlicher, was Leben unterhalb der Armutsgrenze bedeutet. Meine Kenntnisse des Suaheli (oder Kiswahili) und mein Leben mit den Müttern und ihren Kindern eröffneten mir Zugang zu ihrer Kultur und zeigten mir auch ihre Armut. Die Unterstützung, die heute durch den Verein „Asante e.V.“ gegeben werden kann, ist keine am Schreibtisch geplante Hilfe. Im täglichen Leben mit den Menschen begegne ich ihrer Not und suche einen Weg aus dieser Situation. Alle daraus resultierenden Hilfsmaßnahmen werden eingehend mit den Menschen besprochen, bevor sich ein Weg abzeichnet, der meinen Nachbarn und Nachbarinnen bei der Bewältigung ihrer Probleme helfen kann. Der Vereinsgründung ging unsere jahrelange privat gegebene Hilfe in Tiwi voraus, unterstützt durch unsere Familie und unsere Freunde. Diese Hilfsbereitschaft hat mich ermutigt, im Juni 2003 in Bayreuth den Verein „Asante e.V.“ zu gründen. Asante heißt in der Landessprache Suaheli Danke.