Frauenprojekte – Engel


Weihnachtsengel  –  Schutzengel  –  Engel für Afrika
ein Frauenprojekt als „Hilfe zur Selbsthilfe“

Viele der jungen Mütter in meiner Nachbarschaft sind allein erziehend und der extremen Armut, in der sie leben, hoffnungslos ausgeliefert. Sie sind alleine verantwortlich ihre Kinder aufzuziehen und zu versorgen. Das ist unmöglich, denn Arbeit können Frauen, die keine Schulausbildung erhalten haben, nicht ausführen. Die Hilferufe der Frauen und Mütter, die mich auch nach 15 Jahren Leben in Tiwi erreichen, bleiben die gleichen, denn die junge Frau wird verheiratet, bekommt drei, vier Kinder, und wird verlassen. Der Mann und Vater der Kinder lebt mit der nächsten Frau.

Hilferuf 1:
Die verlassene Frau kehrt mit den Kindern aufs elterliche Gehöft zurück und überfordert ihre Eltern, ihre Geschwister, die alle in der gleichen Armut leben. Sie ist geduldet, mehr kann sie nicht erwarten. Unterstützung gibt es nicht – nicht durch den Vater der Kinder noch durch die kenianische Regierung.
Hilferuf 2:
Immer wieder bitten junge Mütter um Hilfe, deren Ehemann verstorben ist. Die Mütter, die überwiegend keine Schulausbildung erhalten haben, müssen ihre Kinder nun alleine ernähren. Dies ist nicht möglich, deshalb werden die Kinder in der Großfamilie aufgeteilt, damit sie wenigstens satt werden. Mutter und Kinder leiden darunter, doch es gibt keinen anderen Ausweg.

Als im Jahr 2002 eine junge Mutter von fünf Kindern zu uns gekommen war um Hilfe für einen ihrer schwerkranken Söhne zu bitten, halfen wir durch unsere Familie. Nach einer komplizierten Operation des Kindes wurde klar: langfristige finanzielle Unterstützung des Jungen ist erforderlich. Weihnachten war nicht mehr fern, ich begann Engelchen zu entwerfen und arbeitete die junge Mutter ein. An Weihnachten schmückten Engelchen mit afrikanischen Gesichtern unser Domizil in Kenia. Es war der Beginn des Frauenprojektes „Engel für Afrika“.
Nachdem diese Engelchen auch von unserer Familie und unseren Freunden in Deutschland bestellt wurden, damit weiteren Frauen aus unserer Nachbarschaft geholfen werden konnte, arbeitete ich weitere Frauen ein, alle allein erziehend und alle Analphabetinnen. Ich war glücklich, dass damit die trostlose Lebenssituation von Frauen und deren Kindern verbessert werden konnte. Es war ein Lernprozess für die Frauen und für mich, und dieser Lernprozess hält bis zum heutigen Tag an. Es ist ein Geben und Nehmen geworden, denn das tägliche Leben mit diesen Müttern und Kindern in ihrer Kultur ist ein Geschenk für mich: ich darf teilnehmen an ihrem Leben, an ihrer Trauer, ihrer Verzweiflung, ihrer Freude.

Heute (Stand Ende Dezember 2016) ernährt das Frauenprojekt „Engel für Afrika“ 72 Frauen. Es ernährt die Mütter, es ernährt ihre Kinder, es verändert Mütter und Kinder. Gesicherte Lohnzahlung hat die Frauen planen gelehrt, macht es ihnen möglich, ihre Eltern, Geschwister und deren Kinder zu unterstützen. Dies hat sie in ihren Großfamilien zu wichtigen Mitgliedern gemacht. Sie – Frauen – unterstützen ihre Familien. Die einst rechtlosen Frauen, die seit Jahren im Frauenprojekt „Engel für Afrika“ arbeiten, sind selbstbewußt geworden.
Die Frauen arbeiten in zwei angemieteten Räumen. Ich zahle pro Engel, d.h., die Frauen entscheiden selbst über die Höhe ihres wöchentlichen Lohns. Während unserer Treffen besprechen wir die Arbeit der kommenden Woche, Erlebnisse werden diskutiert und Erfahrungen ausgetauscht. Man berichtet mir von Krankheiten der Mitarbeiterinnen und ihren Kindern, das ermöglicht mir sofort helfend einzugreifen. Das Mittagessen ist für die Frauen kostenfrei.

Unsere Vorarbeiterinnen haben lange Listen von jungen Müttern, die gerne mitarbeiten wollen. Wir hoffen jedes Jahr, viele Engelchen verkaufen zu können, damit wir die Warteliste verkürzen können und weiteren jungen Müttern dabei helfen, mit ihren Kindern ein gesichertes Leben zu leben.

Engel können Sie bestellen bei:
Angelika Mietzner
Tel.: +49 (0)160-650 4957 (Deutschland)
mail: ed.bewnull@legneakirfa