Waisenkinder
Hilfe für Waisenkinder in Tiwi
Die Krankheiten, die in vielen afrikanischen Ländern verbreitet sind – vor allem Aids – treffen hauptsächlich die mittleren Altersgruppen, also die Elterngeneration. So bleiben ältere Frauen zurück, die für immer größere Gruppen von Waisenkindern zu sorgen haben. Dieses Phänomen der „Aids-Omas“, von dem auch in deutschen Zeitungen berichtet wird, ist inzwischen typisch für Afrika. Es ist auch bei uns in Tiwi, Kenia, eine traurige Wirklichkeit geworden. Um diesen Waisenkindern ein Erwachsenwerden in der ihnen vertrauten Umgebung, mit den ihnen vertrauten Menschen, in ihrer Kultur zu ermöglichen, ist es notwendig, diese Waisenkinder in ihren neuen Familien zu unterstützen.
Dies ist der Rahmen, in dem sich die Waisenkinderhilfe von Asante e.V. in Tiwi, Kenia, bewegt. Asante e.V. trägt dazu bei, dass die Waisenkinder in Tiwi nicht unerwünscht und ungeliebt in einer durch das Aussterben der Elterngeneration überforderten Gesellschaft aufwachsen müssen. Asante e.V. gibt den Waisenkindern Rechte: das Recht auf Schulausbildung und das Recht auf Erwachsenwerden in ihrer vertrauten Umgebung, in ihrer Großfamilie.
Diese Rechte erhalten die Waisenkinder durch:
- Kindergarten-Patenschaften, die in eine Schulpatenschaft übergehen können.
- Schul-Patenschaften, die Schulkinder der Klassen 1 – 8 unterstützen.
Asante e.V. hat bis Ende April 2011, 115 Voll- bzw. Halbwaisen in Tiwi eine Patenschaft in Deutschland vermitteln können.
Acht Jahre Leben mit den Waisen und ihren Omas, Vätern, Schwestern und Tanten zeigen Christine Rottland vor Ort in Tiwi immer wieder und immer deutlicher dass die Hilfe, so wie sie durch die Paten aus Deutschland gegeben werden kann ihre Aufgabe erfüllt. Die Waisenkinder werden nicht mehr aus Armutsgründen in der Großfamilie „herumgereicht“, sie werden nicht mehr getrennt, sie erhalten alle eine Schulausbildung.
Nahrungsmittelhilfe für die neue Familie – Grundstein für den Erfolg unserer Waisenkinderhilfe
Sicherheit für die Waisenkinder ist die zweimal im Monat gegebene Nahrungsmittelhilfe an die Bezugsperson der Kinder. Eine Oma von drei oder vier Enkelkindern kann diese Enkel nicht alleine versorgen, sie muss sie aufteilen in der Verwandtschaft. Dies ist ein Karussell das sich kontinuierlich dreht: der gute Wille ist da, die Verwandtschaft übernimmt eines der Kinder. Damit beginnt in der Regel das Problem für das Waisenkind. Die Verwandte, die sich um das Waisenkind kümmern möchte, hat selbst schon eigene Kinder, denen sie nur schwer eine Schulausbildung zahlen kann. Das angenommene Kind aus der Verwandtschaft ist das, welches bei Zahlungsunfähigkeit als erstes von der Schule zuhause bleiben muss, und wird dann auch nicht wieder eingeschult.
Dem steuert Asante e.V. mit seinem Waisenkinderhilfsprogramm entgegen: Wir bemühen uns, Geschwistergruppen gemeinsam bei der Oma oder einer anderen Bezugsperson aufwachsen zu lassen. Diese Bezugsperson bekommt nun pro vermitteltes Waisenkind Nahrungsmittelhilfe. Bei drei vermittelten Geschwistern bekommt diese neue Familie drei Portionen Nahrungsmittelhilfe. Dies ist ein fester Baustein für das tägliche Leben. Die Kinder haben Sicherheit und alle haben Essen. Diese Sicherheit macht auch der Oma Mut: die Resignation weicht langsam einer Tätigkeit, Omas flechten wieder Matten, gestalten Dachschindeln, backen Kleingebäck und verkaufen es am Strassenrand. Die Hilfe von Asante e.V. und die dadurch sich entwickelnde Eigeninitiative der Angehörigen unserer Waisenkinder ermöglichen der neuen Familie ein Leben ohne erdrückende Armut.
Gelegentlich können wir mit Hilfe von Pateneltern stark in das Leben einer Waisenkindergruppe eingreifen.
Die Fotos zeigen das Haus einer Waisenkindergruppe, kurz bevor der Tropenregen es wegschwemmte. Dank der Mithilfe des Paten dieser beiden Waisenkinder haben wir ein wunderschönes Haus für die Tante, ihre beiden Neffen, und ihre eigenen Kinder bauen können und damit das Leben der Waisenkinder noch mehr gesichert.
Kristina Academy – eine neue Schule für unsere Waisenkinder
Kinder, die in fortwährender Armut aufwachsen bleiben in ihrer geistigen und körperlichen Entwicklung zurück. Dieses allgemeine Wissen gilt auch für unsere Waisenkinder in Tiwi.
Asante e.V. hat sie gut aufgefangen – sie bekommen alle kontrollierte Schulausbildung, sie wachsen alle während der etwa acht Jahre Laufzeit der Hilfsmaßnahmen bei einer Bezugsperson auf. Doch gilt es noch intensiver zu helfen. In den acht Jahren Entwicklund des Waisenkinderprojektes hat sich herausgestellt, dass viele Waisenkinder depressiv oder traumatisiert sind.
Seit 2008 werden deshalb alle Waisenkinder, die eine neue Patenschaft erhalten, in unserer Privatschule „Kristina Academy“ eingeschult. Wir bauen auf: wir haben drei Kindergartenklassen mit jeweils 16 Waisenkindern und zwei Grundschulklassen (Klasse 1 und 2) mit jeweils 18 Waisenkindern.
Alle Kinder sind von morgens 7 Uhr bis nachmittags 17 Uhr bei uns und werden von unseren qualifizierten und engagierten Kindergärtnerinnen und Lehrkräften liebevoll betreut. Seit Januar 2011 verbleiben die Kinder bis 17 Uhr in der Schule und erledigen unter Aufsicht ihre Hausaufgaben.
Wie hoch ist der Patenschaftsbeitrag für eine Waisenkinderpatenschaft in Tiwi?
- Antrag für eine Kindergartenpatenschaft (3 Jahre): pro Jahr EUR 200,–
- Antrag für eine Schulpatenschaft: (8 Jahre): pro Jahr EUR 250,–







